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Ich bin Mila, schon früher war meine Art zu zeichnen sehr frei und anders als die vieler anderer. Ich zeichne seit meiner Kindheit und arbeite dabei vor allem intuitiv, verspielt und lebensfroh. Schon immer habe ich kräftige, helle Farben verwendet, Formen eingesetzt, die man vielleicht nicht erwartet hätte, und hatte den Fokus auf Freude an dem Prozess.

Besonders in meiner Jugend hat mich gebremst, dass ich mich häufig mit anderen Künstler:innen verglichen habe. Mit dem, was scheinbar besser, sauberer oder perfekter war als das, was ich selbst geschaffen habe. Dadurch habe ich oft versucht, meinen Stil zu beeinflussen und ihn zu perfektionieren - nicht, weil es sich für mich richtig angefühlt hat, sondern weil ich geglaubt habe, dass es so sein müsste.

Rückblickend weiß ich, dass ich durch die Selbstkritik zwar viel gelernt habe und sie mich auf gewisse Weise auch angetrieben hat, sie mich aber gleichzeitig von mir selbst entfernt hat. Es war ein rastloses Streben, das meiner Kreativität wenig Raum gelassen hat und mich eher in Sackgassen führte, als mich weiterzubringen.

Erst als der Vergleich mit anderen etwas nachgelassen hat, begann sich für meine Kunst etwas zu verändern. Nicht plötzlich und nicht bewusst, sondern Schritt für Schritt. Ich habe erkannt, dass mir die Werke am besten gefallen, die zwanglos entstanden sind und keinem Ideal folgten. Die Momente, in denen ich das Streben nach Perfektion losgelassen habe, waren genau die, in denen sich Ideen freier entwickeln konnten und meine Kunst wirklich nach mir aussah - nicht nach dem, was ich zuvor geglaubt habe sein zu müssen.

Diese Erkenntnis wurde für mich besonders deutlich, als ich während meines Studiums wieder mehr zu zeichnen begann. Zum ersten Mal arbeitete ich digital und legte mir ein kleines iPad zu, ohne genau zu wissen, wohin mich das führen würde. Ich zeichnete oft abends oder nebenbei während der Vorlesungen - nicht mit einem bestimmten Ziel, sondern einfach, um einen Ausgleich zu finden.

Während sich mein Studium stark um Ernährung und Theorie drehte, fehlte mir dort oft der kreative Flow und der Raum für Selbstausdruck. Das Zeichnen wurde für mich ein Ort, an dem ich wieder bei mir ankommen konnte. In dieser Zeit habe ich meine Kreativität neu entdeckt. Auch mein Stil hatte sich verändert, geprägt von den Erfahrungen, Eindrücken und Pausen der letzten Jahre. (und genau das machte ihn lebendig).

Aus dieser spielerischen Freiheit heraus ist Mijosurf entstanden - meine Fashion- und Posterbrand, in der meine Kunst lebendig werden konnte. Sie zeigt meine tiefe Verbindung zum Ozean, zum Wasser und zu den Sportarten, die mich begleiten und inspirieren.

Mijosurf konnte genau deshalb wachsen, weil kein Druck da war, perfekt sein zu müssen. Die Brand entstand aus reiner Neugier und aus dem Raum, den ich mir selbst für freien Ausdruck gegeben habe. Dass daraus echte Bestellungen, tolles Feedback und eine eigene Geschichte entstanden sind, hätte ich mir vorher nie vorstellen können.

Durch Mijosurf habe ich gemerkt, dass ich nicht perfekt sein muss - dass mein Stil verspielt und dynamisch sein darf und meine Designs keiner festen Vorgabe oder Struktur folgen müssen, sondern von mir selbst entstehen dürfen.

Ich habe meinen Bachelorabschluss im Bereich Ernährung trotzdem abgeschlossen - aus Respekt vor der Zeit und Energie, die ich in dieses Studium investiert hatte. Gleichzeitig hätte ich nie gedacht, dass ich mich während dieser Zeit so stark in meiner Kunst wiederfinden würde und heute meine Kunst auf Poster und Kleidung abdrucke und mit anderen teile. 

Heute weiß ich: Meine Stärke liegt darin, dass meine Kunst anders ist. Mein verspielter Stil, die handgezeichneten Linien, die wilden Farben und die tiefe Verbindung zum Ozean sprechen genau die Menschen an, die diese Liebe mit mir teilen.